Privates Heilsarmee Museum Basel


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  English   Salvation Army Museum Basel  
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Heilsarmee Geschichte Region Basel
Da die Heilsarmee von Frankreich her in die Schweiz kam, dauerte es einige Zeit, bis sie in den deutschsprachigen Teil der Schweiz vorstiess. Ungefähr 5 Jahre dauerte es, dann begann auch in der Region Basel die Arbeit.
Im Jahr 1887 wurden drei Offizierinnen mit Gründungen von neuen Korps beauftragt:
So kam Susanna Küpfer nach Basel, Anna Furrer nach Birsfelden, und Lina Suter nach Sissach, um 1887 dort diese schwierige Arbeit in Angriff zu nehmen.
Bild zur Hochzeit von Major Roussel und Majorin Schoch
Die Majore Roussel-Schoch
heirateten 1895
Schon im Januar 1887 begann in der Stadt Basel Kapt. Küpfer als befehlende Offizierin zusammen mit ihren drei assistierenden Offizierinnen Lt. Stucki, Lt. Sutter und Lt. Müller
Da die Behörden von den Vorkommnisse in anderen Kantonen Kenntnis hatten, nahmen sie sich vor, in Basel geschickter vorzugehen. Von Anfang an wurden der Heilsarmee Auflagen gemacht:
Es wurde beispielsweise nicht erlaubt, mit Inseraten in der Zeitung zu werben oder es wurde bei anderen Dingen verlangt, eine Bewilligung einzuholen.

Die Heilsarmee war immer wieder Thema in Zeitungen gewesen, und es wurde deutlich, dass die Kantonsregierung mit diesen Vorgaben hoffte, die Heilsarmee könne sich nicht sehr stark bemerkbar machen und somit käme es zu keinen besonderen Vorkommnissen.
Gegen Raufbolde und Ruhestörer, welche sich nach kurzer Zeit in den Versammlungen einfanden, nützten diese Verordnungen allerdings nicht viel. Und so kame es, dass die Polizei trotzdem Arbeit erhielt.
Aber auch die spezielle Art der Heilsarmee, sowie der Umstand, dass Frauen die gleichen Positionen einnehmen durften und auch predigten, war manchem Zeitgenosse nicht geheuer. Dies führte zu Opposition. Bemerkenswert ist, wie positiv dennoch viele Offiziere und Soldaten der Heilsarmee eingestellt waren.
Die Geschichte der Heilsarmee in Basel wurde im Büchlein "Marksteine - zur Erinnerung zum 75-jährigen Bestehen der Heilsarmeearbeit in Basel" (von E. Dussy) schon detailliert aufgearbeitet. In den Staatsarchiven findet man auch bemerkenswert viele Dokumente im Zusammenhang mit der Heilsarmee. Denn die Sondergesetze hatten Folgen. In Basel-Stadt, so kann man nachlesen, wurden kleine Missachtungen sehr stark bestraft. Und so wurde manch ein Heilsarmeeoffizier zu Gefängnis verurteilt. Auch der Bundesrat hatte sich mit Petitionen, welche die Heilsarmee betrafen, zu beschäftigen. In der Schweiz waren die Meinungen geteilt. Der Bundesrat, speziell Bundespräsident Ruchonnet, sprach sich schlussendlich für die Heilsarmee aus.
Immer wieder kam es aber zu unschönen Vorkommnissen in Basel und in Baselland.
Als in Binningen ein zweites Korps eröffnet werden sollte, welches zwar nicht für Basel selber gedacht war, aber dennoch auf Basler Gebiet lag, war wieder ein solcher Moment. Aus einem Rapport aus dem Jahre 1892:
Heilsarmeeoffizierin Kapitänin Zuberbühler
Im Jahr 1890 erhält
Kapt. E. Zuberbühler,
14 Tage Gefängnis, weil sie die Versammlung bis nach 9 Uhr ausdehnt und Tambourin spielte
"...die Polizei das betreffende Lokal, in welchem sich die Heilsarmeeoffiziere eingeschlossen hatten, mit der Axt geöffnet und die Offiziere weggetrieben hatte. Als Frl. von Wattenwyl erklärte, dass sie da bei sich zu Hause sei und nicht weggehe, wurde sie mit Gewalt hinausspediert und mit den anderen Offizieren auf den Lohnhof gebracht. Leutnant Dewald wurde ohnmächtig geschlagen und verhindert, dass ihm ärztliche Hilfe gebracht werden konnte..."
In der Folge wurden 6 Heilsarmeeoffiziere zu 3 oder 2 Wochen Gefängnis verurteilt (nach E. Dussy).

Regierungsratsbeschluss
Kanton BL, 1890:
Beschluss des Regierungsrates betreffend die Versammlungen der Heilsarmee
(Quelle: Staatsarchiv BL)
Im Kriegsruf (November 1892), der Zeitschrift der Heilsarmee, findet man daraufhin auf der Titelseite einen längeren Artikel mit dem Titel "Basler Religionsfreiheit". Weiter heisst es: " Offizielle Verfolgungen; sieben Offiziere gefangengenommen, weil sie im Namen Gottes und der Freiheit geredet haben. - Die Polizei am Werk"
Auch in Birsfelden und dem restlichen Baselland wurden wegen des Sonderbeschlusses, den der dortige Regierungsrat im Jahr 1890 gefasst hatte, immer wieder Offiziere angeklagt und teilweise zu drastischen Strafen verurteilt.

Trotzdem der Bundesrat die Kantone zu bewegen suchte, die Sondergesetze fallen zu lassen, war man dort oft noch jahrelang der Ansicht, dass diese Gesetze bestehen bleiben sollten.
In mehreren Kantonen versuchte die Heilsarmee oder deren Mitglieder durch Rekurse oder Klagen, ihre Rechte einzufordern. Dabei gingen sie teilweise bis vor das Bundesgericht. Daraus resultierten unterschiedliche Urteile.
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